Wikimedia-Apps/Team/Zukunft des Bearbeitens in den mobilen Apps
Problembeschreibung
Die Apps ziehen jedes Jahr neue Nutzer:innen an und es gibt Pläne, sie für neue Zielgruppen zu vermarkten. Lesefunktionen sind der Hauptgrund für Nutzer:innen, die Apps herunterzuladen, und die Mehrheit der Rückmeldungen von Nutzer:innen, die das Team erhält, beziehen sich auf die Verbesserung der Lesefunktionen. Wenn diese Lesenden sich mehr mit Wikipedia beschäftigen, entwickeln einige ein Interesse daran, selbst beizutragen. Viele von denen, die versuchen, Bearbeitungen durchzuführen, stellen fest, dass die Bearbeitungserfahrung der App zwar für grundlegende Bearbeitungen funktionell ist, aber noch nicht den visuellen Editor und andere Funktionen enthält, die in der mobilen Webversion verfügbar sind. Neue Nutzer:innen finden es auch schwierig, Community-Räume wie Fragen zur Wikipedia über die Apps zu finden.
Dies stellt ein Risiko für die Gewinnung neuer Beitragender dar. Viele Beitragende tätigen ihre ersten Beiträge, indem sie kleine Fehler beim gelegentlichen Lesen korrigieren. Wenn diese Impulsmomente innerhalb der App auftreten und Neulinge auf Wikitext ohne die Option des visuellen Editors treffen, kann dies sie entmutigen, bevor sie überhaupt richtig angefangen haben.
Was Studien zeigen
Eine Studie zum Lesen und Bearbeiten in der iOS-App aus dem April 2025 hat aufgezeigt, dass es bei neuen und erfahrenen Beitragenden konsistente Muster gibt: Ohne den visuellen Editor ist Wikitext ein Hindernis. Da die App keinen visuellen Editor hat, werden alle, die einen Artikel zum Bearbeiten öffnen, sofort mit Wikitext konfrontiert, der Programmiercode ähnelt und bei vielen Neulingen die Vermutung auslöst, dass Bearbeiten technisches Wissen erfordert. Diese Wahrnehmung schreckt aktiv vom Bearbeiten ab. Erfahrene Beitragende sind davor nicht immun: Selbst diejenigen, die mit Wikitext vertraut sind, finden die Quelltextbearbeitung auf Mobilgeräten langsam und fehleranfällig. Die Teilnehmenden der Studie beschrieben den visuellen Editor durchgehend als schneller und intuitiver. Sein Fehlen in der App ist für viele der Hauptgrund, warum sie dort nicht bearbeiten.
Einige direkte Zitate von Teilnehmenden der Studie:
Am PC kann man sich zwischen Quelltext- und visueller Bearbeitung entscheiden, was viel intuitiver ist. In der App scheint die visuelle Bearbeitung nicht verfügbar zu sein, was ungünstig ist. Wenn man diese hinzufügt, wird die Bearbeitung für Anfänger:innen einfacher.
Es sollte die Funktion geben, zu bearbeiten, ohne sich den Wiki-Code anzusehen, wie in der Desktopversion. Visual Editor – so etwas sollte es für die App geben. Ich denke, das wird die Dinge viel bequemer machen.
Ich würde überhaupt keine Belege hinzufügen, weil ich mich von all diesen Symbolen hier eingeschüchtert fühle. Es ist wirklich mühsam, hier eine substanzielle, gut recherchierte Bearbeitung durchzuführen.
Rückmeldungen der Community
Diese Erkenntnisse stimmen mit dem überein, was erfahrene Beitragende bereits selbst vorgebracht haben. Solche Bedenken werden ernst genommen. Ziel dieser Seite ist es, sie offen durchzuarbeiten.
Diese Erkenntnisse stimmen mit dem überein, was Beitragende bereits selbst vorgebracht haben. Die untenstehenden Zitate stammen aus Rezensionen im App-Store, aus E-Mail-Supportanfragen und einer kürzlich stattgefundenen Diskussion im Village Pump der englischsprachigen Wikipedia.
Ich wechsle oft zur mobilen Webversion, um zu bearbeiten, weil die Werkzeuge dort einfacher zu bedienen sind.
Wenn die App Bearbeitungen beschränkt oder im Vergleich zur mobilen Webversion Funktionen fehlen, sollte klargestellt werden, dass die mobile Webversion für diese Aufgabe besser geeignet ist.
Kein visueller Editor, kein Zugang zu Hilfeseiten oder Projektdiskussionen … Nicht geeignet für neue Beitragende. Nicht geeignet für erfahrene Beitragende. Wenn die WMF beabsichtigt, die App der mobilen Webversion anzugleichen, bin ich dabei. Wenn sie schrecklich bleiben wird, dann schickt die Beitragenden so schnell wie möglich aus der App weg. Die Leseerfahrung ist in der App viel besser. Aber die Leute lesen Wikipedia, weil die, die vor ihnen kamen, sie bearbeitet haben, um diese Inhalte zu erstellen.
Könnte der „Bearbeiten“-Button in der App auf die Webversion weitergeleitet werden? Viele Leute machen ihre ersten Bearbeitungen, indem sie beim Lesen Rechtschreibfehler korrigieren. Wenn Bearbeiten in der App mühsam ist, wird sie mögliche Beitragende verschrecken.
Bearbeiten in der App erfordert Wikitext, was es für Anfänger:innen schwierig macht.
Die App ist gut zum Lesen geeignet, aber nicht sehr praktisch zum Bearbeiten.
Wenn Bearbeiten in der mobilen Webversion besser funktioniert, sollte die App es erleichtern, dort weiter zu bearbeiten.
Hintergrund und Kontext
Die mobilen Wikipedia-Apps (iOS und Android) wurden ursprünglich als Lesewerkzeuge entwickelt und im Laufe der Zeit wurden eine eigene Bearbeitungserfahrung und Funktionen für vorgeschlagene Bearbeitungen hinzugefügt, die viele Nutzer:innen aktiv nutzen. Die Apps und die mobile Webversion haben nie auf gleiche Funktionen abgezielt; sie haben sich bewusst auf Kontinuität konzentriert, während sie mit verschiedenen Funktionen experimentiert und verschiedene Segmente von Nutzer:innen bedient haben. Zum Beispiel haben die Apps als Erstes die vorgeschlagenen Bearbeitungen als Beitragsmethode eingeführt, bevor sie in der mobilen Webversion optimiert wurden und stärkere Investitionen erlebt haben.
Die Wikimedia Foundation hat die bewusste organisatorische Entscheidung getroffen, neben dem Bearbeiten auch ins Lesen zu investieren, und deshalb spezielle Reader-Teams geschaffen, die sich mit den zurückgehenden Zahlen der Lesenden befassen und eine neue Generation von Wikipedia-Nutzer:innen entwickeln sollen. Im Rahmen dieser Strategie werden die Apps vor allem als gute Leseerfahrung für aktive Lesende entwickelt, wobei mehr Wert auf Funktionen wie personalisierte Empfehlungen, tägliche Beteiligungsmöglichkeiten und größere Verbindungen zu Inhalten gelegt wird. Gleichzeitig konzentrieren sich Investitionen im Bereich Bearbeiten durch die Contributor-Teams auf die Webversion. Dazu gehören Funktionen wie Edit-Check im visuellen Editor, Bearbeitungsvorschläge und die Neulings-Startseite. Auch in die mobile Webversion wird investiert, auf der Grundlage laufender Studien zum mobilen Bearbeiten.
Die Reader- und Contributor-Teams arbeiten zusammen an diesem Problem, und die Einführung des Bearbeitens ist in den Apps besonders wichtig, da ein großer Teil der Benutzer:innen sie täglich besucht, und tägliche Benutzer:innen am wahrscheinlichsten eine Bearbeitung versuchen. Was sollte passieren, wenn Benutzer:innen der Apps Interesse am Bearbeiten zeigen? Das wollen wir auf dieser Seite diskutieren.
Mögliche Lösungen
Worüber wir nachdenken
- Zugriff auf den visuellen Editor der mobilen Webversion aus der App: Die App könnte den Nutzer:innen Möglichkeiten bieten, in der mobilen Webversion weiter zu bearbeiten, wo der visuelle Editor und andere vollwertige Werkzeuge zur Verfügung stehen. Undeutlicher ist, wie man dies effektiv umsetzt. Einige der Fragen, die besprochen werden:
- Sollte die App einen direkten Wechsel anbieten, indem sie den Artikel im Editor der mobilen Webversion öffnet, wenn Benutzer:innen auf „Bearbeiten“ tippen, und sich die Stelle merkt, damit Benutzer:innen danach in die App zurückkehren können?
- Soll der Editor der mobilen Webversion als Standard-Bearbeitungsmöglichkeit angeboten werden, wenn Benutzer:innen bearbeiten wollen, oder als bewusste Wahl?
- Wie sollte sich der Wechsel anfühlen? Eine eingebettete Web-Erfahrung, eine Weiterleitung in den browser, ein deutlicher Hinweis, ein dauerhaftes Banner …
Worüber wir nicht nachdenken
- Vollständiges Entfernen der Bearbeitungsoptionen aus der App: Sehr engagierte Lesende sind starke Kandidat:innen, um erstmals zu Bearbeiten, und die wachsende Leserbasis der App bietet eine Chance, diesen Anteil zu steigern. Für leseorientierte Funktionen, die ein Konto erfordern, wie den Aktivitäts-Tab, wird durchgehend ein Anteil neuer Konten in den Apps aktiv. Der Anteil neuer Beitragender in den Apps (18–22 % der Bearbeitungen jener Menschen mit einem Jahr oder weniger an Erfahrung) ist derzeit niedriger als in der Webversion, und es geht in der vorliegenden Diskussion auch um die Erhöhung dieser Zahl. Gleichzeitig kommen 33–37 % der Bearbeitungen in den Apps von Beitragenden mit fünf oder mehr Jahren Erfahrung, die sich auf bestehende Optionen verlassen. Bei Änderungen müssen beide Gruppen berücksichtigt werden.
- Entwicklung eines eigenen, vollwertigen visuellen Editors für die Apps: Dies wäre für das Mobile-App-Team ein bedeutendes Unterfangen und würde ihre Fähigkeit einschränken, in Funktionen zur Anbindung von Lesenden zu investieren. Ein eigener visueller Editor für die Apps würde nicht automatisch von Verbesserungen und Ergänzungen des visuellen Editors der Webversion profitieren, sodass die Aufrechterhaltung vergleichbarerer Funktionen fortlaufende Investitionen erfordern würde, obwohl die Apps im Entwicklungsstand bereits Jahre zurückliegen.
Diskussion
Die Diskussionsseite steht zur Diskussion offen. Es gibt breitere Fragen zur Zukunft des Bearbeitens in den Apps, einschließlich der Bedeutung vorgeschlagener Bearbeitungen, der Unterstützung erfahrener Beitragender und der Signale, die potenzielle Beitragende kennzeichnen, denen wir dann den richtigen Aufruf zum Aktivwerden anzeigen können. Wir freuen uns über Rückmeldungen zu diesen größeren Fragen. Aktuell haben wir jedoch einen spezifischeren Fokus: Wie kann die App sicherstellen, dass Nutzer:innen, die in einem Artikel auf „Bearbeiten“ tippen, die leistungsfähigsten Bearbeitungswerkzeuge erreichen – einschließlich den visuellen Editor in der mobilen Webversion?`
Fragen für Communitys
Einige konkrete Fragen, deren Beantwortung für uns besonders nützlich wäre:
- Welche sind die wichtigsten Bearbeitungsroutinen oder Community-Räume, die von der App aus zugänglich sein müssen (auch über eine Weiterleitung)?
- Sollten die mobilen Apps den eigenen Wikitext-Editor und die Bearbeitungsvorschläge vollständig entfernen, wenn der Editor der mobilen Webversion von der App aus zugänglich ist?
- Für Beitragende, die Bearbeiten in der App versucht haben: Wann war die Erfahrung mangelhaft und würde der Zugriff auf den visuellen Editor / die mobile Webversion daran etwas ändern?
- Gibt es Aspekte des Wechsels vom Editor der App zum Editor der mobilen Webversion, die besonders wichtig sind?
- Wie sollte sich dieser Wechsel anfühlen? Ein Hinweis, eine Weiterleitung, eine eingebettete Web-Erfahrung, eine deutliche Erklärung, wohin Benutzer:innen geleitet werden und warum?
- Für Beitragende, die Neulinge begleiten: Wie oft ist die App die erste Bearbeitungsumgebung und welche Probleme ergeben sich daraus?